neues NAS

Mein im Herbst 2005 zugelegtes RAID5-Array aus fünf 250GB-Platten in meinem Desktop-PC hat ausgedient. Ich habe schon etwas länger überlegt, meine Daten auf einem NAS zu lagern. In den letzten Wochen ist dann der Preis für das „Intel Entry Storage System SS4200-EHW“ stark gefallen und so habe ich mir es zugelegt. Das System basiert auf normaler PC-Hardware, hat aber keinen Grafik-Ausgang. Die EHW-Version wird ohne NAS-Betriebssystem geliefert, was für mich die richtige Option ist, weil ich eh ein schickes Linux installieren wollte.

Als Speichermedien kommen drei 1TB-SATA-Festplatten zum Einsatz, von denen ich eine schon letztes Jahr erstanden hatte, die bisher in einem externen Gehäuse als zusätzlicher Speicher und Backupplatz lief. Außerdem habe ich mir für das Betriebssystem noch ein 2-GB-IDE-Flash-Modul erworben.

So war vergangenen Freitag alle Hardware zusammengekommen. Das NAS hat intern eine serielle Konsole ausgeführt als IDC10-Anschluss. Ich hatte von einer alten IO-Karte noch ein entsprechendes Adapterkabel von IDC10 zu DB9 (der konventionelle Anschluss für RS232). Das wollte ich dann verwenden, musste jedoch nach einiger Zeit Fehlersuche feststellen, dass es mindestens zwei Standards gibt, wie die Pins der beiden Anschlüsse verbunden werden und ich hatte den falschen. So musste ich mal wieder etwas löten und habe die Drähte an der DB9-Buchse an die richtigen Pins gepappt. Dann funktioniert es. Aber im Gegensatz zu dieser Anleitung brauchte ich ein Nullmodem-Kabel. Ich kam nun also ins BIOS und machte mich im folgenden an die Installation der Software.

Zunächst habe ich dann Debian in der 32-Bit-Version installiert. Der erste (wohl grafische) Auswahlbildschirm wird nicht über die serielle Konsole angezeigt; den mit ESC abbrechen. Dann blind install console=ttyS0,115200n8 eingeben und kurze Zeit später erscheint der Installer, der bei mir problemlos durchlief. Am Ende hatte ich ein laufendes Debian, alle Hardware funktionierte.

Dann wollte ich die 64-Bit-Version installieren. Die erkannte jedoch keine über PATA angeschlossene Medien und so auch nicht das Flash-Modul, außer man stellte im BIOS auf den Kompatiblitätsmodus mit nur zwei SATA-Anschlüssen und PATA. Das hängt irgendwie mit libata und der ICH7R-Southbridge zusammen; man findet entsprechende Postings im Netz, die verschiedene Distributionen betreffen.

So machte ich mich an Gentoo und brauchte einen Großteil des Samstags, um ein laufendes 64-Bit-System zu bekommen. Auch hier aktiviert man die serielle Konsole bei der Live-CD mit dem gleichen Parameter, wie bei Debian. Es folgte meine erste Gentoo-Installation. Jetzt läuft aber ganz gut; alle PATA- und SATA-Geräte sind da. Vor allem AES-Verschlüsselung profitiert von den 64Bit. Z.B. gibt der Benchmark von OpenSSL (speed aes-256-cbc) bei 8kB-Blöcken eine Rate von 81103kB/s statt 63496kB/s.

Ich werde auf dem NAS nun bei Gentoo bleiben. Es ist doch ein ziemlich gutes OS für Server.

Die Einrichtung des Speicherplatz mit Linux-RAID, dm-crypt und ext4 verlief – wie erwartet – problemlos. Auf der bisherigen Platte waren noch wichtige Daten; also aus den zwei neuen Platten ein degraded RAID5 erstellt, rüberkopiert, und die alte Platte dem RAID hinzugefügt. Die Einrichtung der Netzwerkdienste muss noch erfolgen.

10 Kommentare

  1. Andreas schrieb:

    Hallo könntest du mal das Pinout für dein Kabel posten oder mail? Ich habe mein Kabel nach der Anleitung gelötet, bekomme allerdings nur Datensalat per Nullmodemkabel. Danke.

    Sonntag, 28. Juni 2009 um 12:45 | Permalink
  2. Alexander schrieb:

    Es ist genau die hier angegebene Pinbelegung: http://www.logicsupply.com/products/db9_idc10dtk

    Hab von meinem Kabel mal ein Foto gemacht:
    http://kuehrmann.com/stuff/intel-serial.jpg

    Sonntag, 28. Juni 2009 um 15:44 | Permalink
  3. lied schrieb:

    Hallo,
    habe deinen Eintrag gelesen und fand ihn sehr aufschlussreich. Ich hatte die selben Probleme mit dem IDE Adapter mit der LiveCD Grml die ja auf Debian basiert. Sieht man mal wieviel sich da tut…

    Wie hast du bei dir das mit der Verschlüsselung gelöst. Ich habe / gecryptet und müsste beim Booten das Passwort eingeben – ohne Bildschirm aber nicht ganz so einfach. Wäre nett wenn du mal schilderst wie du das gemacht hast. Ich habe jetzt vlt. an einen USB-Stick mit Crypt-Key gedacht der mir das ganze System “aufschließt”

    Sonntag, 13. September 2009 um 13:50 | Permalink
  4. Alexander schrieb:

    Ich habe das OS unverschlüsselt auf dem IDE-Flash. Das verschlüsselte RAID-Array mounte ich manuell über SSH.

    Es gab allerdings in einer c’t mal einen Artikel, wie man den SSH-Server dropbear ins initramfs packen kann, der die Passphrase für das Rootdateisystem annimmt.

    Sonntag, 13. September 2009 um 16:38 | Permalink
  5. lied schrieb:

    Soooo, ich hab das aufschließen beim Booten mit busybox+ dropbear gelöst.

    Ich pipe den Dm-Crypt key per SSH direkt in die Passwortabfrage und somit kann ich das Ding einfach durchbooten lassen. Bei Interesse: Meine Mailadresse hast du ja.

    PS: ein ungecryptetes root wäre mir wegen /tmp zu unsicher

    Dienstag, 15. September 2009 um 18:08 | Permalink
  6. lied schrieb:

    Guten Abend,

    ich habe gerade festgestellt dass mein Gentoo kein DMA für die IDE-Flashkarte benutzt. Habe somit gerade mal 2 MB/s auf der IDE-Flash-Karte (gemessen mit hdparm -tT /dev/hda).

    Welchen Treiber bzw Kernelversion nutzt du für den IDE-Controller? Wäre nett wenn du deine kernelconfig posten könntest.

    Grüße

    Freitag, 18. September 2009 um 23:32 | Permalink
  7. gorgone schrieb:

    ich bin auch am fluchen alles geht nur kein dma

    Dienstag, 24. November 2009 um 00:35 | Permalink
  8. super4paul schrieb:

    Hi, ich hab ne Frage zum seriellen Kabel. Z.B. bei Conrad wird angeboten:
    2 x 5pol. DIL-Flachstecker ↔ 9pol. D-SUB-Stecker
    Also ein Kabel das oft beim Mainboard-Kauf dabei liegt. Ist das Kabel o.k.? Daran dann das null-Modem-Kabel anschließen, dann müßte es doch laufen oder?
    Danke für die Hilfe.

    Donnerstag, 24. Dezember 2009 um 11:27 | Permalink
  9. Alexander schrieb:

    Die Stecker sind schon mal die richtigen. Wie ich oben aber geschrieben habe, gibt es unterschiedliche Arten, wie die einzelnen Anschlüsse untereinander verbunden werden. Hab jetzt keine Ahnung, welche Variante Conrad da anbietet.

    Samstag, 2. Januar 2010 um 20:13 | Permalink
  10. super4paul schrieb:

    Hi,habe von conrad.de die Steckerbelegung geprüft, gekauft und läuft mit hyperterminal, eigenartigerweise nicht mit putty.

    Dienstag, 12. Januar 2010 um 16:01 | Permalink

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